Die Ukraine zwischen Blackout, Desillusion und Misstrauen in den Präsidenten

vor 7 Monaten

Die Ukraine zwischen Blackout, Desillusion und Misstrauen in den Präsidenten
Bildquelle: Tichys Einblick

Wie es im nicht enden wollenden Krieg zwischen der Ukraine und Russland tatsächlich aussieht, können nur diejenigen sagen, die noch vor Ort ihren Alltag fristen oder als Reporter und Kriegsberichterstatter versuchen, so sachlich wie möglich zu berichten. In diesem Fall befindet sich der italienische Reporter der Tageszeitung Il Fatto Quotidiano, Alessandro Parente, immer wieder mal mehrere Wochen an Ort und Stelle und schildert wie in dieser Reportage seine Eindrücke.

Stromausfälle gehören inzwischen zum Alltag. In Lwiw (Lemberg) dauern sie bis zu zehn Stunden, manchmal länger. Die Tram fährt noch irgendwie, schildert Parente, aber die Stadt schleppt sich durch den Winter wie ein Marathonläufer auf den letzten Metern. Am militärischen Friedhof wehen so viele ukrainische Flaggen, dass der Wind kaum noch weiß, wohin er zuerst greifen soll. In der Reportage kommen natürlich auch Ukrainer zu Wort, wie der alte Volodymyr, er geht zwischen den frischen Gräbern, seinen Hut in der Hand, und murmelt bitter: „Mit diesem Namen hat noch keiner etwas Gutes getan.“

Damit meint er sich selbst – und den Präsidenten. Von Selenskyj hält er nichts mehr, was sich aber auch mit den Aussagen von Ukrainern in Deutschland deckt, wie mir selbst immer frei gesagt wurde. Er, Volodymyr, habe „nicht die ganze Wahrheit“ gesagt, 2022 unnötig Raum gelassen für das russische Vordringen, und überhaupt: „Er hat an seine Leute gedacht, nicht an uns.“ Das Thema Korruption ist seit über zwei Jahren nicht mehr zu verschweigen, da zu offensichtlich. Nur die meisten Medien innerhalb der EU decken Selenskyj, koste es, was es wolle.

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