Die ZDF-Manipulation war kein Fehler, sondern eine bewusste Entscheidung – das zeigt die Chronologie des Skandals

vor 5 Monaten

Die ZDF-Manipulation war kein Fehler, sondern eine bewusste Entscheidung – das zeigt die Chronologie des Skandals
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Die stellvertretende Chefredakteurin und Nachrichtenchefin des ZDF, Anne Gellinek, zeigte sich am Dienstagabend im Heute Journal zerknirscht. Vor laufender Kamera räumte sie ein, dass ein zwei Tage zuvor gesendeter Nachrichtenbeitrag über Einsätze der US-Abschiebebehörde ICE an zwei Stellen Fake-Bilder enthielt.

Gellinek sprach von einem „Doppelfehler, den wir nun sorgfältig aufarbeiten und der besonders schmerzt, weil wir hier bei den ZDF-Nachrichten sehr viel Kraft investieren, um Ihnen geprüfte Informationen zu liefern.“ Was bei der sorgfältigen Aufarbeitung herauskommt, wird spannend.

Denn nach allem, was bisher bekannt ist, war die Verwendung der beiden Fake-Sequenzen kein Fehler. Vielmehr war sie das Ergebnis einer bewussten redaktionellen Entscheidung. Die offene Frage ist, wer sie getroffen hat. Wir rekonstruieren den bisherigen Ablauf der Manipulationsaffäre.

Das ZDF-Mittagsmagazin sendet einen 3:35 Minuten langen Beitrag der New Yorker ZDF-Journalistin Nicola Albrecht. Er ist unter dem Titel „New York – Kinder und die Angst vor ICE“ auch online abrufbar. Es handelt sich um eine etwas längere, aber fast identische Fassung des Beitrags, der zwei Tage später im Heute Journal ausgestrahlt wird. Mit einem wichtigen Unterschied: Die beiden Fake-Sequenzen, ein KI-generiertes Video und eine aus einem ganz anderen Zusammenhang stammende Aufnahme, fehlen in dieser Version.

Die Pressestelle des öffentlich-rechtlichen Senders bestätigte uns, dass es sich bei der nach wie vor online verfügbaren Version des Beitrags um jene handelt, die am 13. Februar im Mittagsmagazin ausgestrahlt wurde. Es sei daran nichts nachträglich geändert oder korrigiert worden. Das bedeutet: In der ersten, etwas längeren Fassung des Skandalbeitrags waren noch keine manipulierten Bilder enthalten. Sie müssen später gezielt hineingeschnitten worden sein.

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