Es dauerte drei Stunden, 32 Minuten und 20 Redebeiträge, bis an diesem Montag feststand: Der Kanzler hat das Vertrauen des Bundestags verloren. Olaf Scholz muss die Bürger in Neuwahlen um Vertrauen bitten. Der Souverän darf im kommenden Jahr entscheiden, wie es mit Deutschland weitergehen soll.
Ich befürchte: Eine Neuwahl des Bundestags ist notwendig, aber nicht hinreichend, um eine Wende zum Guten zu bewirken. Die parlamentarischen Reden am Montag haben mich darin bestärkt. Deutschland krankt auf derart vielen Ebenen, dass allein ein Wechsel der entscheidenden Person und Parteien die Malaise nicht beheben wird. Es braucht viel mehr. Es braucht ein neues Denken, eine neue politische Phantasie, eine neue Entschlossenheit und auch eine neue Form.
Deutschland muss vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Die Adresse der Bundesrepublik darf nicht länger „Zum Wolkenkuckucksheim“ heißen, sondern „An der schönen Aussicht.“
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