Der deutsche Sozialstaat ist ein selbst für Experten nicht mehr zu durchdringendes Konstrukt geworden. In diesem Zustand verletzt er die Grundprinzipien der sozialen Marktwirtschaft – und entwürdigt die Bürger.
Das ifo Institut an der Universität München gehört zu den renommiertesten deutschen Forschungseinrichtungen im Bereich der Volkswirtschaft. Jüngst wollten vier Ökonomen dieses Instituts die Auswirkung des deutschen Sozialstaats und seiner Leistungen erforschen. Sie sind an dieser einfach klingenden Aufgabe gescheitert. Warum? Weil es zu viele Sozialleistungen gibt, weil der Sozialstaat ein Ausmaß erreicht hat, das die Forscher dazu zwang, sich auf die reine Aufzählung von Transferleistungen zu beschränken.
Unglaubliche 502 einzelne Leistungen kamen zusammen. Wohlgemerkt ging es nur um Leistungen auf Bundesebene und die Autoren selbst erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Passenderweise beziehen sich die Wissenschaftler in der Einleitung auf eine Arbeit von M. Blömer et al. (2025) mit dem Teiltitel: „Auf der Suche nach Passierschein A38 […]“, eine Referenz also auf die bekannte Szene aus Asterix und Obelix, in der eben diese versuchen, sich in einem kafkaesken Verwaltungsgebäude zurechtzufinden und endlos von einem Zuständigkeitsbereich zum nächsten verwiesen werden.
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