Die Digitalisierung des Finanzwesens schreitet voran, und das Geschäftsmodell klassischer Geschäftsbanken gerät zunehmend unter Druck. Während physische Fiat-Währungen der Notenbanken nach und nach zum Auslaufmodell werden, gewinnen digitale Zentralbankwährungen – sogenannte CBDCs – ebenso an Bedeutung wie Stablecoins.
Michael Theurer sitzt seit 2024 im Vorstand der Bundesbank und spricht sich nun ausdrücklich für eine Marktlösung aus. Neben dem digitalen Euro plädiert der frühere FDP-Politiker, der zuletzt Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesdigitalministerium unter Volker Wissing war, für die Schaffung europäischer Stablecoins – als Erweiterung des entstehenden digitalen Geldsystems.
Stablecoins sind Kryptowährungen mit stabilisiertem Wert, die meist im Verhältnis 1:1 an staatliche Währungen wie den US-Dollar, den Euro oder auch an Gold gekoppelt sind. Der Marktanteil von Stablecoins mit Bezug zum US-Dollar soll derzeit bei 99 Prozent liegen. Wie also kann Europa in diesen Markt vorstoßen?
In der Eurozone steht die Einführung eines digitalen Euro unmittelbar bevor. Nach aktuellen Plänen der Europäischen Zentralbank (EZB) könnte die neue Zentralbankwährung bereits bis zum Ende dieses Jahrzehnts eingeführt werden. Voraussetzung ist, dass die entsprechende EU-Verordnung noch in diesem Jahr verabschiedet wird. In diesem Fall plant die EZB einen Pilotstart zur Jahresmitte 2027 sowie die vollständige Einsatzbereitschaft bis 2029.
Die Einführung des digitalen Euro würde der EZB erhebliche Macht verschaffen – insbesondere vor dem Hintergrund, dass Geschäftsbanken parallel zunehmend Filialen schließen und an Einfluss verlieren, während die Bargeldinfrastruktur in Deutschland nach und nach zurückgebaut wird.
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