DIW-Präsident Fratzscher: Niedrige Besteuerung von Vermögen „ökonomisch ineffizient“

vor etwa 2 Monaten

DIW-Präsident Fratzscher: Niedrige Besteuerung von Vermögen „ökonomisch ineffizient“
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Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), sieht keine Entlastungsmöglichkeiten für niedrige Einkommen bei den Sozialabgaben. Im Interview mit der Welt spricht er sich am Samstag dafür aus, die Einkommensteuer zu reformieren: Die oberen zwei Prozent sollen eine höhere Einkommensteuer zahlen, während der Rest entlastet werden soll. „Deutschland besteuert Arbeit sehr hoch und Vermögen sehr niedrig. Das ist ökonomisch ineffizient.“

Durch eine höhere Vermögensteuer könnte es 50 Milliarden Euro Mehreinnahmen geben und mehr Entlastungsmöglichkeiten für kleine Vermögen. Die Welt wendet ein, dass bei niedrigen Einkommen eher die hohen Sozialabgaben das Problem seien, und fragt, wie realistisch es sei, dass der Anteil der Abgaben am Bruttolohn sinkt. „Ehrlich gesagt: kaum“, antwortet Fratzscher.

„Wir müssen froh sein, wenn wir einen Anstieg verhindern. Ohne Reformen drohen in den 2030er-Jahren Sozialabgaben von 50 Prozent.“ Angesichts der demografischen Entwicklung ist er sich sicher, dass ein späteres Renteneintrittsalter kommen wird: „Die Rente mit 70 ist sicher.“

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