Am 10. Oktober 2025 meldete die Deutsche Presse-Agentur (dpa), dass der Bundesparteitag der AfD am 4. und 5. Juli 2026 in Erfurt stattfinden soll. Bereits in dieser ersten Meldung wurde mit Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) eine Stimme zitiert, die in der Wahl des Veranstaltungsorts eine versteckte Botschaft zu erkennen glaubte. Dass dies erst der Auftakt zu einem bizarren Deutungswettbewerb sein würde, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen. Aber der Reihe nach.
Laut Maier sei die Wahl Erfurts gewiss „kein Zufall“. Weil Erfurt „die politische Heimat von Björn Höcke“ sei, sei anzunehmen, dass Höcke auf dem Parteitag die „komplette Machtübernahme“ plane: „Das ist politisch ein ganz klares Zeichen der AfD, wo die Reise hingeht: in Richtung weiterer Radikalisierung und eines engen Schulterschlusses mit Höcke und dem Ex-Flügel“, sagte Maier.
Dass die Festlegung auf Thüringen als Veranstaltungsort auch als Entgegenkommen gegenüber dem einflussreichen Landesverband gelesen werden kann, klingt zunächst noch halbwegs plausibel. Wenige Wochen später drehte der frühere Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) die Deutung jedoch noch weiter – und vermutete hinter dem Veranstaltungsort auch eine historische Symbolik.
Pressekonferenz mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte | 06.07.2026











