Enttäuschung nach Trump-Xi-Treffen – Internationale Energieagentur warnt

vor etwa 2 Monaten

Enttäuschung nach Trump-Xi-Treffen – Internationale Energieagentur warnt
Bildquelle: Tichys Einblick

Wer es nicht besser wüsste, könnte es glatt übersehen: Wegen des Kriegs am Persischen Golf befindet sich die Welt, wie die Internationale Energieagentur warnt, in „der größten Energiekrise der Geschichte“. Obwohl es am Rande des Treffens von US-Präsident Donald Trump und Chinas Machthaber Xi Jinping in der vergangenen Woche in Peking zaghafte Signale einer Annäherung zwischen den USA und Iran gegeben hat, ist die Straße von Hormus, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Rohöl- und Erdgastransports stattfindet, nach wie vor weitgehend gesperrt. Die Gefahr, dass Benzin, Diesel und Kerosin bald knapp werden, ist noch lange nicht gebannt, und auch bei Düngemitteln und Helium drohen Engpässe. Die wieder steigenden Preise illustrieren das eindrücklich.

Die anziehenden Ölpreise schüren auch wieder Inflationsängste und belasten die Börsen. Die Renditen am Anleihemarkt sprangen am Freitag jedenfalls in die Höhe, was den jüngsten Rekordlauf an der Wall Street abrupt beendete. Allgemein wurden die Ergebnisse des Gipfeltreffens zwischen den USA und China mit Blick auf den Iran-Krieg mit Enttäuschung aufgenommen. Vor diesem Hintergrund scheinen die Bewertungen vielen Beobachtern mittlerweile überzogen, was niedrigere künftige Renditen erwarten lässt. Die zuletzt noch im Zuge der Euphorie rund um Künstliche Intelligenz besonders stark gestiegenen, aber auch sehr konjunktursensiblen Technologiewerte verzeichneten nun Verluste. So fiel der Tech-Index Nasdaq 100 um 1,5 Prozent auf 29.125 Punkte. Das breit gefasste Börsenbarometer S&P 500 verlor 1,2 Prozent auf 7.408 Zähler. Der Leitindex Dow Jones Industrial büßte 1,1 Prozent auf 49.526 Punkte ein. Auf Wochensicht ergibt dies ein Minus von knapp 0,2 Prozent.

Neben dem erneuten Anstieg des Rohölpreises hätten auch die in dieser Woche veröffentlichten Preisdaten die Furcht vor Inflation geweckt, sagte Matt Maley, Chef-Marktstratege bei Miller Tabak + Co. Der Experte verwies darauf, dass die langfristigen Renditen derzeit auf dem höchsten Niveau seit rund zwölf Monaten notieren. Dadurch seien Anleihen gegenüber Aktien attraktiver geworden. Dies hat Maley zufolge Anleger dazu veranlasst, nach der enormen sechswöchigen Aufwärtsbewegung am Aktienmarkt einige Gewinne mitzunehmen. Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners ergänzte, auch beim Handel seien einige Vereinbarungen zwischen Washington und Peking hinter den hochgesteckten Erwartungen zurückgeblieben. So habe China nach Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump nicht wie erhofft H200-Chips von Nvidia gekauft, die speziell für generative KI entwickelt wurden. Die Chinesen hätten sich dagegen entschieden, sie wollten ihre eigenen Chips entwickeln, sagte der US-Präsident. Die Aktien von Nvidia fielen am Dow-Ende um 4,4 Prozent. Die Titel von Applied Materials gerieten mit einem Minus von knapp ein Prozent letztlich nicht ganz so stark unter Druck wie der Gesamtmarkt. Analysten hatten den Quartalsbericht und den Ausblick des Anlagenherstellers für die Halbleiterindustrie gelobt.

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