In Kiel wurde der Grünen-Politiker Samet Yilmaz am Sonntag zum Oberbürgermeister gewählt. Eine Recherche des Spiegels Mitte Oktober hatte ergeben, dass Yilmaz von seinem Posten im Landesverfassungsschutz entlassen wurde, nachdem er ein Fest von türkischen Rechtsextremisten, den „Grauen Wölfen“, unterstützt haben soll. Bei der Stichwahl gegen den parteilosen CDU-Kandidaten Gerrit Derkowski erhielt er 54,1 Prozent der Stimmen. Sein Kontrahent, ein ehemaliger Tagesschau-Sprecher, kam auf 45,9 Prozent.
Die Wahlbeteiligung war bei der Stichwahl etwas geringer als bei der Hauptwahl. Nur 43,5 Prozent der Wahlberechtigten gaben am Sonntag ihre Stimme ab. Bei der Hauptwahl am 16. November waren es noch 48,9 Prozent gewesen. Yilmaz lag in sechs von achtzehn Ortsteilen vorne. Im Interview mit dem NDR sagte er, dass er die Stadt sozial gerecht und moderner machen wolle. SPD und Grüne stellen zusammen eine knappe Mehrheit in der Ratsversammlung. Die SPD hat 14 von 49 Sitzen und die Grünen haben elf Sitze. Doch im Wahlkampf rieten einzelne SPD-Politiker davon ab, Yilmaz zu wählen.
„Ich bin heute gewählt worden als Oberbürgermeister für alle Kielerinnen und Kieler“, sagte er darauf angesprochen gegenüber dem NDR. Er werde mit allen demokratischen Parteien zusammenarbeiten. Wichtig sei, dass die Stadt funktioniere. Der Grünen-Politiker hatte nach einer Sicherheitsüberprüfung seinen Posten beim Verfassungsschutz verloren, wie der Spiegel berichtete. Yilmaz war Leiter des Referats für Extremismus mit Auslandsbezug gewesen. So musste er sich beispielsweise mit den türkischen Rechtsextremisten befassen.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











