Es hätte jeden treffen können

vor etwa 1 Stunde

Es hätte jeden treffen können
Bildquelle: Apollo News

Auf den Wunden hat sich Schorf gebildet, die Hämatome verfärben sich, der Schock klingt langsam ab. Drei Tage nach der Hetzjagd in Erfurt auf unsere Kollegen ist der Angriff überstanden, doch die Aufarbeitung des Geschehenen geht gerade erst los. Oberste Priorität ist es, die Täter zu fassen. Wir stehen im engen Austausch mit der Polizei Erfurt, die diesen Vorfall sehr ernst nimmt. Dabei darf es aber nicht bleiben.

Diese Hetzjagd darf nicht in Vergessenheit geraten. Jeder, der sich mit „Widersetzen“ und der Antifa gemein gemacht hat, muss gezwungen sein, den Tatsachen ins Auge zu blicken: Sie haben sich mit Feinden des Rechtsstaats verbrüdert. Wir dürfen ihnen jetzt nur noch diese letzte Chance geben, das einzusehen.

Das gilt für Luisa Neubauer, die zum Zeitpunkt der Tat nur etwa hundert Meter entfernt in einer Blockade saß und im Vorfeld noch zur Teilnahme bei „Widersetzen“ aufgerufen hat, bis jetzt aber kein Wort zu den Ausschreitungen verliert. Das gilt für Katrin Göring-Eckardt, die behauptet, dass nichts Schlimmes passiert wäre, und eine Verurteilung von Gewalt nur widerwillig nachreichte. Das gilt für alle, die sich jetzt hinter dem Begriff „wenige Einzelfälle“ verstecken.

Dieser Vorfall war kein Einzelfall. Dieser Vorfall ist auch nicht nur am Rande der Demonstrationen passiert. Die Sprecher von „Widersetzen“ haben diese Gewalt vor den Kameras der gesamten Bundespresse selbst gerechtfertigt, und zwar in einer Klarheit, die selbst Anja Kohl nicht mehr verdrehen kann. „Faschist*innen mit Presseausweis sind immer noch Faschist*innen. Ich weiß nicht, was Sie nicht verstehen, Sie sind hier nicht willkommen.“

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