Derzeit ist in Bayern landespolitisch Halbzeit. Die letzten Landtagswahlen waren am 8. Oktober 2023, die nächsten sind im Herbst 2028. Da das Ergebnis der CSU bei den Bundestagswahlen vom 23. Februar 2025 mit 37,2 Prozent alles andere als berauschend im Vergleich mit früheren Ergebnissen war und die Kommunalwahlen vom März 2026 der CSU herbe Schlappen einbrachten, knistert es auf allen Ebenen der CSU. Grund: Der nicht sonderlich geliebte Koalitionspartner FW (Freie Wähler) zeigt sehr viel Selbstbewusstsein. FW-Chef Hubert Aiwanger betonte denn auch unmittelbar nach den jüngsten Kommunalwahlen: Dieses Ergebnis sei eine „Steilvorlage für die Landtagswahl 2028“.
Die FW hatten der CSU hier zahlreiche Landratsposten abgenommen. Vor der aktuellen Kommunalwahl stellte die CSU 53 der 71 Landräte. Nun sind es nur noch 40. Die Freien Wähler haben die Zahl ihrer Landräte insgesamt verdoppelt: von 14 auf 28. Die CSU erzielte bei den Gemeinderats-, Kreistags- und Stadtratswahlen 2026 mit 32,5 Prozent zugleich ihr schlechtestes Kommunalwahlergebnis seit rund siebzig Jahren. Für CSU-Chef Söder sind diese Ergebnisse kein Ruhmesblatt. Er sagt: „Insgesamt sind wir deutlich stärker als die Freien Wähler“. Oha, da werden – untypisch Söder – mittlerweile aber recht kleine Brötchen gebacken.
Die FW indes ließen mit ihren kommunalen Erfolgen sehr schnell vergessen, dass Anfang 2025 ihr Versuch, bei der Bundestagswahl wenigstens mit drei Direktbewerbern in den Reichstag einzuziehen, recht kläglich gescheitert war. Seit März 2026 aber haben die FW wieder Oberwasser. Sie lassen das plakatieren – unter anderem mit dem Spruch: „Orange steht Bayern ziemlich gut.“ Das tut der CSU weh, zumal im idyllischen, vormals CSU-dominierten Voralpenland. Entlang der Alpenkette gibt es nun nämlich acht FW-Landräte und nur noch einen CSU-Landrat (namentlich in Rosenheim).
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