Großes Aufsehen um eine Abiturfeier im nordrhein-westfälischen Essen. Dort forderten Schüler eines Abiturjahrgangs bei einem Abi-Ball aus religiösen Gründen eine Geschlechtertrennung durchzusetzen. Über den Vorgang hatte die WAZ zuerst berichtet. Am betroffenen Gymnasium, das die Angelegenheit nicht kommentieren möchte, betont der Schulleiter, dass es sich lediglich um einen Vorschlag gehandelt habe: „Es war nie ein Plan, nur ein Vorschlag.“ Die Initiatoren hatten sogar rechtliche Aspekte geprüft und argumentiert, der Abi-Ball sei eine Privatveranstaltung, in die die Schule nicht eingreifen könne. Doch die Lehrer der Oberstufe sollen die Idee geschlossen abgelehnt haben und erklärten, „dass sie da nicht hingehen würden“. Letztlich habe die Mehrheit der Schüler den Vorschlag abgelehnt, sodass kein Eingreifen der Schulleitung nötig war.
Eine Lehrkraft von einer anderen Schule zeigt sich erschüttert: „Ich bin fassungslos über dieses Beispiel kolossaler Desintegration.“ Sie berichtet von Fällen, in denen Schülerinnen aus Angst vor Druck durch muslimische Mitschüler ein Kopftuch tragen. Ähnliches schildert ein Vater gegenüber der WAZ, dessen Tochter an einem anderen Essener Gymnasium wegen ihres Kleidungsstils kritisiert wird: „Wenn sie im Sommer ein ärmelloses Top trägt, sagen die anderen, das sei haram.“
Ein Blick auf die Innenstadt von Essen.
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