Deutschland steht vor der Umsetzung der europäischen Asylreform, die das Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) grundlegend erneuert. Ziel ist es, die unkontrollierte Weiterreise von Migranten zwischen EU-Staaten zu stoppen und die Verfahren stärker zu vereinheitlichen. Ab Juni 2026 soll die Reform europaweit greifen.
Auslöser für den politischen Druck war unter anderem der Fall des Syrers Issa Al Hassan, der 2024 in Solingen drei Menschen tötete. Nach den Dublin-Regeln hätte er sich nicht in Deutschland, sondern in Bulgarien aufhalten dürfen. „Damals haben die Behörden es nicht geschafft, den Täter rechtzeitig in das zuständige EU-Land zu überstellen“, sagte Alexander Throm (CDU) gegenüber der Welt. „Das darf sich nicht wiederholen.“
Kern der Reform ist die konsequentere Anwendung des sogenannten Dublin-Mechanismus. Asylsuchende sollen künftig bereits bei der Einreise systematisch in der EU-Datenbank Eurodac registriert werden. So soll eindeutig feststehen, welches Land für das Asylverfahren verantwortlich ist. Wird ein Migrant in Deutschland aufgegriffen, der schon in einem anderen EU-Staat registriert wurde, kann eine Rückführung schneller erfolgen. Italien und andere Länder wollen künftig wieder solche „Dublin-Fälle“ übernehmen.
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