Ex-Ministerpräsident Albig: SPD sollte sich einer Zusammenarbeit mit der AfD öffnen

vor etwa 2 Monaten

Ex-Ministerpräsident Albig: SPD sollte sich einer Zusammenarbeit mit der AfD öffnen
Bildquelle: Apollo News

Der frühere schleswig-holsteinische SPD-Ministerpräsident Torsten Albig will die Brandmauer zwischen SPD und AfD einreißen. Bei der Neuen Osnabrücker Zeitung riet der Sozialdemokrat seiner Partei, sich auch auf Minderheitsregierungen einzulassen, die von der AfD toleriert werden. „Wahrscheinlich wäre es sogar einfacher, wenn wie in Dänemark Sozialdemokraten die Ersten wären, die auch mit den Rechtspopulisten bei bestimmten Themen zusammenarbeiten, die unsere Wähler heute in deren Arme treiben“, so der 62-Jährige in einem Interview. Albig war von 2009 bis 2012 Oberbürgermeister von Kiel und anschließend bis 2017 Ministerpräsident von Schleswig-Holstein.

Albig sieht seine Idee vor allem im Hinblick auf die bevorstehende Wahl in Mecklenburg-Vorpommern als wichtig an. Dort soll aus Sicht der SPD im September Manuela Schwesig als Ministerpräsidentin wiedergewählt werden. In jüngsten Umfragen von Anfang Mai kommt die SPD auf 27 Prozent, die AfD liegt mit 36 Prozent klar vor den Sozialdemokraten.

Albig könne sich deswegen vorstellen, dass Manuela Schwesig nach der Wahl erklärt, sich nicht wie andere Ministerpräsidenten der AfD zu verschließen, und sich je nach Thema Mehrheiten im Landtag suchen würde – im Zweifel also auch mit der AfD zusammen. Für Albig wäre das keine ideologische Annäherung, sondern ein Signal an verlorene Wähler. „Wir haben verstanden – kommt wieder nach Hause“, so Albigs Botschaft. Die Tatsache, dass frühere SPD-Wähler und Mitglieder zur AfD wechseln, liege nicht daran, „dass die alle Nazis geworden sind, sondern weil sie bei uns etwas vermissen“, resümiert der SPD-Mann.

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