Er ist wieder da. Nicht der Unhold mit dem Bärtchen, sondern der leistungslos zu Wohlstand gekommene Millionär, der dekadent-verschwenderische Emporkömmling reicher Eltern, der nichtsnutzig im Überfluss unverdienten Geldes schwimmt und von der solidarischen Gemeinschaft endlich mal hart rangenommen werden muss. Dass die SPD in der Debatte über die Reform der Erbschaftssteuer die Reichen und „Superreichen“ als Zerrbilder des Kapitalismus wiederentdeckt, verwundert freilich weniger, als die Abschöpf-Rhetorik ausgerechnet der Union.
Beispiel Unionsfraktionsvize Mathias Middelberg (CDU) bei „Markus Lanz“: „Wer Multimillionär ist und an seinem Unternehmen gut verdient hat, der soll ordentlich zahlen. Und wenn er eine Oldtimer-Sammlung hat und da irgendwie 30 Oldtimer stehen hat, dann muss er mindestens ein Drittel dieser Oldtimer verkaufen im Zweifel, wenn er dann vererbt. Oder seine Erben müssen das machen. Das ist völlig in Ordnung und die Leute sollen auch ordentlich zur Kasse gebeten werden.“
Geradezu liebevoll wird hier das Bild vom irgendwie anstößigen, unsympathischen Parvenü ausgemalt, von den unnützen Fettaugen auf der gesellschaftlichen Suppe, denen die Gemeinschaft der Fleißigen mit schwer verhohlener Schadenfreude das Finanzamt auf den Hals hetzt. Und weil das kein einmaliger Versuch der Anbiederung an den SPD-Koalitionspartner und kein ausnahmsweiser Wurf nach der Speckseite der Neidgesellschaft war, legte Middelberg anschließend im „Morgenmagazin“ von ARD und ZDF gleich nochmal nach:
WM 2026 in USA: Fifa-Skandal! Trump ruft Infantino an! Sperre für US-Spieler aufgehoben I WELT LIVE











