Wenn man Soja, Weizengluten, Erbsenprotein und Lupinenmehl mit Wasser, Ölen und Bindemitteln mischt, anschließend diesem Vorprodukt mit Stärke und Haferfasern Form gibt, dann mit Rote-Bete-Saft, Karamell, Salz, Hefeextrakt und Aromen auch noch Geschmack hinzufügt, produziert man, etwa in einem kontinuierlichen Hochtemperatur-Kurzzeitverfahren (HTST), bei dem Rohstoffe wie Stärke oder Proteine unter Druck, Wärme und Scherung plastifiziert, gekocht und durch Düsen geformt werden, vegetarische oder sogar vegane Nahrungsmittel.
Wie man intuitiv versteht, wird ein so hergestelltes Lebensmittel nicht einfach zu verkaufen sein. Um es dennoch verkaufen zu können, benutzte man den Begriff, den man eigentlich durch dieses Produkt ersetzen will. Man nennt es Fleisch. Da man aber offensichtlich befürchtete, eventuell der Täuschung bezichtigt zu werden, fügte man noch das Wort Ersatz an. Fleischersatz, das klang dann schon viel besser. Und, wenn man es schon nannte, ahmte man auch noch gleich das Aussehen nach. Und so gibt es Fleischersatz in Form von Würsten, Schnitzeln und Koteletts.
Neu ist diese semantische Dehnung der Begriffe nicht. Schon früher gab es den Kaffeeersatz Muckefuck, der sowohl geschmacklich als auch farblich – so wie eben der Fleischersatz – Erinnerung an das originale Vorbild wecken soll. Dieser Kaffeeersatz kann aus unterschiedlichen Lebensmitteln gewonnen werden. Löwenzahn, Dattelkernen, Feigen und Spargel bis hin zu Maiskörnern, Kartoffeln und Eicheln. Meistens werden jedoch als Hauptbestandteile Getreidesorten wie Dinkel, Roggen und Gerste verwendet. Hinzu kommt noch die Pflanze Zichorie. Die Wurzeln der Zichorie verleihen dem Getränk eine leicht bittere Note. Dadurch erinnert der Geschmack des Muckefucks ganz besonders an den eines echten Kaffees.
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