Bundeskanzler Olaf Scholz will an seinem Ziel festhalten, die Produktion von „grünem Stahl“ voranzutreiben. Um solchen Stahl herzustellen, bedarf es des Einsatzes von Wasserstoff, der mit erneuerbaren Energien erzeugt werden soll. Doch gerade dieser „grüne“ Wasserstoff ist momentan knapp. Um an dem Plan von CO2-freiem Stahl festzuhalten, setzt Scholz nun auf Atomstrom – nur nicht aus Deutschland.
In einem Interview mit der Saarbrücker Zeitung erklärte der Kanzler: „Wir müssen den Übergang pragmatisch gestalten. Es ist nicht entscheidend, ob von Tag eins an grüner Wasserstoff genutzt wird.“ Auf die Frage, ob er bereit sei, französischen Atomstrom für die Wasserstofferzeugung zu nutzen, antwortete Scholz: „Klare Antwort: Ja.“
Scholz begründet die Öffnung für Atomenergie mit der Dringlichkeit, Industriearbeitsplätze in Deutschland zu schützen. „Die Stahlkunden, die Automobilindustrie zum Beispiel, werden bald sehr klare Bedingungen an die Qualität des Stahls stellen und verlangen, dass er klimaneutral hergestellt ist“, so Scholz. Wer diese Vorgaben nicht erfülle, werde es laut dem Kanzler schwer haben, auf dem Markt zu bestehen.
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