Friedrich Merz greift in ein fallendes Messer – mit beiden Händen

vor 7 Monaten

Friedrich Merz greift in ein fallendes Messer – mit beiden Händen
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Friedrich Merz hat sich entschieden: Er stellt sich nicht nur an die Seite von Wolfram Weimer. Er macht dessen Version der Dinge zur offiziellen Linie des Kanzleramts. Damit hat er sämtliche Verfehlungen seines guten und langjährigen Freundes, den Merz ins Amt gehievt hat, in die eigene Arena verlagert. „Die Vorwürfe, die gegen Wolfram Weimer erhoben worden sind, haben sich alle als falsch erwiesen“, sagte er bei der ARD vor laufenden Kameras. Diese Behauptung kollidiert frontal mit dem, was inzwischen dokumentiert, eingeräumt und von Dritten beschrieben worden ist. Die Kritik und die Forderung nach Konsequenzen kommt mittlerweile von SPD über Grüne, AfD, Linkspartei und FDP – was Merz als Kritik von ganz links und ganz rechts zu labeln versucht und damit wiederum seinem Amigo Weimer einen guten Job attestieren möchte.

Einen kurzen Moment später flankt im ZDF bei Berlin Direkt ein knapp vierminütiger Bericht in den lahmen Verteidigungsversuch von Merz: Sämtliche Skandale – von den massiven Urheberrechtsverletzungen beim Weimerschen The European bis hin zu den angebotenen Mont-Blanc-Paketen des Weimerschen Ludwig Erhard Gipfels. Fragen des ZDF werden von einem vorbeilaufenden, ins Mikro knuffenden Weimer nicht mehr beantwortet. Der hat nichts mehr zu seiner Verteidigung vorzubringen. Game over.

Einen Tag, nachdem Merz alle Kritik an Weimer für „haltlos“ erklärt, zieht sich nun die FAZ – bislang nicht nachvollziehbar freundlich und die Skandale ignorierend – auffallend scharf von Weimer zurück und gibt dabei Merz noch einen mit. FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube hält fest, was Merz nicht sehen will: „Friedrich Merz findet, alle Vorwürfe gegen Wolfram Weimer, seinen Kulturstaatsminister, hätten sich als falsch erwiesen. Womöglich kennt er sie nicht, wenn er das denkt.“ In einem einzigen Satz sind damit zwei Ebenen markiert: die Distanz der FAZ zu Weimer und die Distanz des Kanzlers zur Realität (die auch der FAZ bis dahin fehlte).

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