Lautstarker Schlagabtausch im argentinischen Parlament: „Kettensägen-Mann“ Javier Milei fertigt die Opposition ab und verspricht: „Dies wird das Kalenderjahr der Reformen sein.“ Die institutionelle Architektur des Landes soll gründlich umgebaut werden.
Zur Eröffnung der neuen Legislaturperiode erlebte der Kongress in Buenos Aires ein Spektakel. Sprechchöre, Jubel, wütende Zwischenrufe, Gesänge – es ging eher wie in einem Fußballstadion als wie in einem Parlament zu, Mileis Rede dauerte tatsächlich 90 Minuten und am Ende gewann der Präsident. Seine Gegner mussten sich einiges anhören – von Vorwürfen, das Land heruntergewirtschaftet zu haben, bis zu saftigen Beschimpfungen als „Diebe“, „Korrupte“, „Ignoranten“ und „Parasiten“.
Mit dem Rückenwind der wirtschaftlichen Erfolge – die jährliche Inflation sank von 211,4 Prozent im Jahr 2023 auf 31,5 Prozent im Jahr 2025, und Argentinien verzeichnete erstmals seit 2008 zwei Jahre in Folge einen Haushaltsüberschuss – kam Milei mächtig in Fahrt: „Vor zwei Jahren steckten wir ohne Ausweg in einer ewigen Gegenwart fest, die unseren Glauben und den unserer Kinder zerstörte, und heute wissen wir, dass es einen Weg nach vorn gibt. Wir fühlen uns nicht nur nicht mehr wie Verlierer, wir wissen auch, dass wir Argentinien wieder groß machen können.“
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