Nachdem im März bekannt wurde, dass der Bundesnachrichtendienst bereits 2020 von einem Laborursprung von Covid-19 ausging, verweigert der Auslandsgeheimdienst weitere Auskünfte. Die Welt am Sonntag hatte dahingehend ihren presserechtlichen Anspruch geltend machen wollen – das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig lehnte das jedoch Mitte April ab, es bestünde ein „schutzwürdiges Interesse an der Versagung der Auskünfte“. Brisante Fragen bleiben somit zunächst ungeklärt.
So wollte die Zeitung beispielsweise in Erfahrung bringen, wann genau der Bundesnachrichtendienst das Kanzleramt, damals noch unter Angela Merkel, über die Vermutung unterrichtete, dass das Virus zu 80 bis 95 Prozent aus einem Labor entsprungen war. In den Enthüllungen der Süddeutschen Zeitung und der Zeit war zunächst von einem Austausch der beiden Behörden im ersten Pandemiejahr die Rede. Wann genau Merkel 2020 informiert wurde, ob dies noch vor der Verhängung des ersten Lockdowns geschah oder erst später, ist unklar (mehr dazu hier).
Weiterhin fraglich ist auch die Rolle des Virologen Christian Drosten. Damals einer der prominentesten Vertreter von harten Maßnahmen und später auch von Impfungen gegen das Virus, wurde er spätestens Ende 2024 von dem Bundesnachrichtendienst über dessen Labortheorie aufgeklärt und gehörte einem Kreis von Wissenschaftlern an, mit denen der Auslandsgeheimdienst den Virusursprung evaluieren sollte. In der Folge legte Drosten seine zuvor noch geäußerte Skepsis gegenüber der Labortheorie ab, die er in den ersten beiden Jahren der Pandemie gänzlich abgelehnt hatte.
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