Der wohl mächtigste Mann im Hintergrund der ukrainischen Politik ist endgültig gestürzt. Andrij Jermak, der als „zweiter Mann im Staate“ gefürchtet war, ist von den Antikorruptionsbehörden offiziell der Geldwäsche verdächtigt worden. Das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) haben eine kriminelle Gruppe zerschlagen, die nach ihren Angaben fast neun Millionen Euro (460 Millionen Hrywnja) beim Bau eines Luxus-Wohnbauprojekts in der Elite-Siedlung Kozyn südlich von Kiew gewaschen haben sollen. Jermak soll Teil dieser Gruppe gewesen sein, berichtet dazu kyivindependent.com.
Für die ukrainischen Ermittler ist der Fall Teil des gigantischen Korruptionsskandals beim staatlichen Atomkonzern Energoatom – dabei sollen bekanntlich Hilfsgelder in Höhe von mehr als 100 Millionen US-Dollar verschwunden sein. Über Scheinfirmen, Bargeldtransaktionen und gefälschte Dokumente sollen vier repräsentative Villen (je etwa 1.000 Quadratmeter) sowie ein gemeinsamer Wellness-Bereich mit Spa und Pool finanziert worden sein. Eine der Luxusimmobilien soll für Jermak selbst bestimmt gewesen sein. Die Behörden sprechen von einer hochprofessionellen Geldwäsche-Operation mit Beteiligung hochrangiger Personen aus Politik und Wirtschaft.
Jermak selbst bestreitet die Vorwürfe energisch: Er besitze keine solchen Villen, sondern lediglich eine Wohnung und ein Auto, ließ er über seine Anwälte mitteilen. Eine Festnahme gab es bisher nicht – es laufen dringende Ermittlungsmaßnahmen.
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