In Menden im Sauerland ist es zu einer rechtswidrigen Hausdurchsuchung gekommen. Betroffen war die Wohnung der damals 17-jährigen Nela Kruschinski, Vorsitzende der örtlichen Jusos. Der Beschluss stammte vom Amtsgericht Arnsberg, dessen Direktorin Charlotte Merz ist – die Ehefrau von Bundeskanzler Friedrich Merz, berichtet der WDR.
Am frühen Morgen des 1. April 2025 klingelten fünf Polizeibeamte an der Tür der Familie Kruschinski. Mirko Kruschinski, SPD-Ortsvorsitzender, erinnert sich: „Auf einmal stehen da fünf Leute in Schusswesten, mit schweren Pistolen.“ Grundlage war ein Durchsuchungsbeschluss, der sich gegen seine Tochter Nela richtete. Die Beamten beschlagnahmten Handy, Laptop und Notizbücher der Schülerin.
Die Ermittler verdächtigten sie, für Graffiti verantwortlich zu sein, die im Januar in Menden aufgetaucht waren. An die Schützenhalle war unter anderem „Merz aufs Maul“ und „Antifa in die Offensive“ gesprüht worden, kurz bevor Friedrich Merz dort auftrat. Nela Kruschinski weist die Vorwürfe zurück: „Ich habe mich gefragt ‚Wer möchte mir schaden?‘ Weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass man irgendwie auf mich gekommen sein könnte. Weil ich einfach nichts damit zu tun hatte.“
Das Landgericht Arnsberg erklärte die Durchsuchung später für unrechtmäßig. Der Beschluss habe auf „ersichtlich nicht geeigneten“ Hinweisen beruht. Eine Zeugin hatte lediglich zwei junge Menschen in der Nähe gesehen, ohne sie identifizieren zu können. Zudem lag ein anonymer Zettel vor, auf dem stand, man solle Nela Kruschinski und einen Bekannten „ins Visier“ nehmen.
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