Seit dem Sturz des Assad-Regimes schien es, ruhiger um Syrien zu werden. Doch diese Ruhe ist offensichtlich vorbei. In den vergangenen Tagen richteten die neuen Machthaber, von der islamistischen GruppeHay’at Tahrir al-Sham (HTS), im Zuge von zweitägigen kämpferischen Auseinandersetzungen im Nordwesten Syriens mindestens 125 Zivilisten hin. Dokumentiert wurde das Ganze vom Syrischen Netzwerk für Menschenrechte (SNHR). Die Organisation sprach von großflächigen Exekutionen, bei denen keine klare Unterscheidung zwischen Kämpfern und unbewaffneten Zivilisten gemacht wurde. In den sozialen Netzwerken kursieren Videos der Gewaltexzesse.
Die Auseinandersetzungen begannen am Donnerstagnachmittag, als Assad-Loyalisten HTS-Truppen in der Provinz Latakia angegriffen haben sollen. Die Region, einst eine Hochburg des gestürzten Regimes, ist Heimat vieler Aleviten – einer religiösen Minderheit, der auch die Assad-Familie entstammt. Die syrische Regierung reagierte umgehend mit massiver militärischer Gewalt, setzte Artillerie, Drohnen und Kampfhubschrauber ein und entsandte Tausende Soldaten, um den Angriff niederzuschlagen.
Schnell mehrten sich Berichte über Vergeltungstötungen durch die Regierungstruppen. Besonders grausam war ein Massaker in al-Mukhtariya, wo nach SNHR-Angaben rund 40 Zivilisten exekutiert wurden. Videos zeigen Leichen in Zivilkleidung, gestapelt auf offener Straße, während im Hintergrund verzweifelte Schreie zu hören sind. Weitere Aufnahmen dokumentieren, wie bewaffnete Männer auf am Boden kniende Personen schießen. Die Authentizität dieser Videos konnte bislang nicht unabhängig überprüft werden.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











