Infolge der Gelbhaar-Affäre kam es bei den Grünen zu einem ersten Parteiaustritt: Özcan Mutlu trat nach 35 Jahren aus der Partei aus. Der in der Türkei geborene Berliner war von 2013 bis 2017 Mitglied des Bundestages und setzte sich während seiner Zeit als Grünen-Mitglied nach eigenen Aussagen für Weltoffenheit und Inklusion ein. In einem offenen Brief an die Parteispitze hat er jetzt seinen Austritt begründet: „Aber jetzt ist genug“, heißt es da etwa.
Trotz gemeinsamer Werte, die ihn mit der Partei verbinden, begründet Mutlu seinen Austritt mit den aktuellen Vorgängen im Kreisverband Berlin-Pankow. „Das, was Stefan Gelbhaar widerfahren ist, kenne ich aus eigener Erfahrung nur allzu gut“, schreibt der ehemalige Abgeordnete weiter. „Die aktuellen Vorfälle sind kein isolierter Einzelfall, sondern Ausdruck eines tief verwurzelten strukturellen Problems im grünen Landesverband Berlin“, offenbart der ehemalige Politiker weiter.
Bisher waren schon tiefe Zerwürfnisse in dem Berliner Landesverband bekannt, vor allem zwischen dem linken Flügel und den sogenannten Realos – dem auch Gelbhaar angehört – gibt es immer wieder Spannungen. Mutlu entpuppt die Unstimmigkeiten jetzt eben auch als Teil eines „strukturellen Problems“. Derartige Kampagnen folgen „stets dem gleichen Muster“, erklärt er. „Es werden haltlose und strategisch platzierte Anschuldigungen erhoben, die auf den ersten Blick schwerwiegend erscheinen, tatsächlich jedoch jeglicher Substanz entbehren.“
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