Es gehört schon einiges dazu, hinter Gruppenvergewaltigungen „australische Austauschstudenten“ als Täter zu vermuten. Mindestens die richtige Haltung. Die bringt Louis Klamroth zweifellos mit. Erkenntnisgewinn ist nicht das Ziel seiner Talkshow.
„Dumm ist der, der Dummes tut“, zitiert der Titelheld von „Forrest Gump“ seine Mutter. Zuweilen sagt jemand auch etwas Dummes – oder er stellt sich dumm. Mit mindestens einem dieser Fälle haben wir es bei „hart aber fair“ zu tun. Beatrix von Storch erwähnt in der letzten Sendung „zwei Gruppenvergewaltigungen am Tag, zehn normale Vergewaltigungen am Tag und 131 Gewaltdelikte pro Tag in den letzten Jahren durch Zuwanderer, in erster Linie von Syrern, Afghanen und Irakis“. Moderator Louis Klamroth bestätigt „ungefähr 700 Vergewaltigungen mit mehr als einem Tatverdächtigen, also zwei pro Tag im Schnitt“, will den Skandal allerdings „einordnen“ und sagt:
„50 Prozent sind auch nicht deutsch. Nur: Woher die kommen, das weiß man nicht. Das können Flüchtlinge sein. Das kann aber auch ein australischer Austauschstudent sein!“
Davon abgesehen, dass der ominöse australische Austauschstudent keine Gruppenvergewaltigung verüben kann: Klamroth greift hier zu einer denkbar abenteuerlichen These, an die er selbst wohl nicht glaubt. Hat er nicht der DJV-Gewerkschaftszeitung journalist einmal gesagt, es habe mit seinem Berufsverständnis eines Journalisten zu tun, „Transparenz herzustellen, Erkenntnisgewinn zu schaffen, Macht zu hinterfragen und Missstände aufzudecken“? Hier deckt er selbst einen zu. Ein peinlicher Move, zumal jeder weiß, wie es in Wirklichkeit aussieht, die Polizeiliche Kriminalstatistik ist nicht so geheim wie das Rezept von Coca-Cola.
Nach Aussage seines Vorgängers Frank Plasberg „vordergründig freundlich“: Louis Klamroth.
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