Es ist nicht lange her, da war es eine Selbstverständlichkeit: Frauen konnten arbeiten gehen und Karriere machen – oder als Hausfrau und Mutter zu Hause bleiben. Niemand störte sich daran, meist im Gegenteil. Wer sich mit vollem Herzen für ein Leben zu Hause entschloss, wurde oft bewundert, natürlich auch belächelt. Manche waren neidisch, andere sagten: Ich könnte das nicht.
Was Frauen in dem Beruf „Hausfrau“ alles leisten, fasste man mit dem Begriff „Hauswirtschaft“ zusammen. Ich sage es in der Vergangenheitsform, weil der Beruf der Hauswirtschaft immer weniger geschätzt zu werden scheint.
NIUS-Leserin Beate Kohl aus Münster schrieb uns dazu interessante Fakten, die den Zeitgeist widerspiegeln – leider, wie ich finde. Sie schreibt: „Die Hauswirtschaft wird gesellschaftlich auf das Bild einer gut bezahlten Reinigungskraft reduziert. Dieses verkürzte und fachlich falsche Verständnis prägt nicht nur die öffentliche Wahrnehmung, sondern offenbar auch politische Entscheidungen. Dabei steht die Hauswirtschaft in Wahrheit für weit mehr: Sie ist Organisations-, Versorgungs-, Nachhaltigkeits- und Bildungsarbeit zugleich.“
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