Festnahme mit Maschinenpistolen und mehrstündiges Verhör: Bundespolizei verhängt Ausreiseverbot gegen identitäre Aktivisten

vor etwa 1 Jahr

Festnahme mit Maschinenpistolen und mehrstündiges Verhör: Bundespolizei verhängt Ausreiseverbot gegen identitäre Aktivisten
Bildquelle: NiUS

Die Bundespolizei hat acht Aktivisten der neurechten Identitären Bewegung an der Ausreise nach Italien gehindert. Am Donnerstag wurden die Personen am Flughafen München in Gewahrsam genommen, auf die Polizeiwache der bayerischen Bundespolizei gebracht und bis in die Nachtstunden verhört. Wie es in einem Schreiben heißt, das den Aktivisten ausgehändigt wurde – und NIUS vorliegt –, heißt es, dass „im Fall einer Ausreise deutscher Rechtsextremisten“ eine „erhebliche Gefahr der Ansehensschädigung der Bundesrepublik“ zu befürchten sei.

Hintergrund der Reisebestrebungen ist das am Wochenende stattfindende „Remigration Summit“ in Mailand – eine internationale Konferenz, die Rückführungspolitik zum Thema hat. Unter den Speakern der Konferenz finden sich die niederländische Aktivistin Eva Vlaardingerbroek, der österreichische Identitäre Martin Sellner, aber auch Rechtspolitiker aus Flandern wie Dries von Langenhoven und Portugal wie Afonso Gonçalves. Für das Event war es in den vergangenen Wochen möglich, regulär Tickets zu kaufen.

Die Redner der Konferenz in Mailand

Die Konferenz wollten auch bayerische Ableger der Identitären Bewegung, die „Lederhosenrevolte“, besuchen. Darunter befanden sich der 22-jährige Adrian S., die 25-jährige Annie H. oder der 26-jährige Moritz K., die sich allesamt im politisch rechten Spektrum engagieren. Doch aus der Italienreise wurde nichts: Nach Informationen von NIUS wurden die Aktivisten gegen 18:20 Uhr am Gate D15 von schwer bewaffneten Bundespolizisten aufgesucht. Nach einer Passkontrolle wurden insgesamt acht Personen in Gewahrsam genommen, bevor sie auf die Polizeiwache überstellt wurden. Insgesamt sollen 20 bis 30 Beamte angerückt sein, mehrere von ihnen trugen mit Maschinenpistolen.

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