Bei Illner: Vollzeit-Zoff über Teilzeit-Jobs

vor 5 Monaten

Bei Illner: Vollzeit-Zoff über Teilzeit-Jobs
Bildquelle: Tichys Einblick

Ob im CDU-Wirtschaftsrat auch Menschen aus der Marketing- und Public-Relations-Branche sitzen? Wohl eher nicht. Zu Beginn des Superwahljahres mit gleich fünf wichtigen Landtagswahlen warf der Wirtschaftsflügel der Union eine fette Stinkbombe in den politischen Raum, die die Wahlkämpfer voll erwischte. Mit provokanten Überschriften und umstrittenen Forderungen brachten sie den Großteil der Bevölkerung gegen sich auf. Im Detail lesen sich die Vorschläge zu Teilzeitarbeit, Krankenversicherung und Mehrarbeit weit weniger schlimm als medial kolportiert, aber durch eine miserable Kommunikation ist das Kind in den Brunnen gefallen.

Eine große Schwachstelle der Diskussion ist, dass sich die Debatte fast die volle Zeit der Sendung um die Forderung nach einer Abschaffung des Rechtsanspruchs auf Teilzeitarbeit dreht. Wie als würden in der derzeitigen angespannten ökonomischen Lage keine wichtigeren Themen existieren, wird um diese Bagatell-Thematik ein teilweise hysterisches Getöse veranstaltet. Das mitunter unerträgliche Gekeife der geladenen Gäste dürfte die meisten Zuseher ratlos zurücklassen. Der Erkenntnisgewinn der Sendung lässt sich auf die einfache Feststellung herunterbrechen, dass der CDU-Wirtschaftsflügel dringend einen versierten PR-Berater braucht, um in Zukunft der Partei solch einen Schlamassel zu ersparen.

CDU-Kanzleramtsminister Thorsten Frei hat an diesem Abend die undankbare Aufgabe, die Scherben zusammenkehren zu müssen, die Vertreter des CDU-Wirtschaftsrats durch ihre Forderungen in der breiten Öffentlichkeit hinterlassen haben. „Wir stehen wenige Tage vor einem Parteitag“, meint Frei. Er sei sehr optimistisch, dass von den vielen unpopulären Forderungen so gut wie keine überleben wird, so der Abgeordnete aus Baden-Württemberg. Besonders in Sachen Teilzeitarbeit, die der CDU-Wirtschaftsrat gern rechtlich einschränken will, möchte der Merz-Getreue beruhigen. „Man muss die persönliche Lebenssituation in den Blick nehmen“, erklärt Frei. „Wir wollen niemandem vorschreiben, wie viel er zu arbeiten hat“, stellt er klar.

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