Industrie schlägt Alarm: Verbände warnen vor EU-Stahlplänen

vor 6 Monaten

Industrie schlägt Alarm: Verbände warnen vor EU-Stahlplänen
Bildquelle: Apollo News

Ein Brandbrief mehrerer europäischer Industrieverbände sorgt in Brüssel für Druck. Die Organisationen, die Unternehmen aus Autoindustrie, Maschinenbau und Verpackungssektor vertreten, warnen vor erheblichen Folgen der neuen Stahlpolitik der EU. Wenn der aktuelle Vorschlag umgesetzt werde, drohten steigende Kosten, Versorgungsprobleme und ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit. Die EU gehe „zu weit bei der Abschottung des europäischen Marktes“, heißt es in dem Schreiben.

Hintergrund ist ein Vorhaben der EU-Kommission, die bisherigen Schutzmaßnahmen für den Stahlmarkt grundlegend zu verschärfen. Ab 2026 sollen zollfreie Stahlimporte deutlich eingeschränkt werden. Im Kern plant Brüssel, die erlaubte Importmenge spürbar zu reduzieren und Einfuhren, die über diese Mengen hinausgehen, mit einem Strafzoll von 50 Prozent zu belegen. Außerdem sollen strengere Herkunftsnachweise eingeführt werden, damit Stahl nicht mehr über Drittländer umgeleitet werden kann.

Genau dagegen richtet sich die Kritik. „Der Vorschlag halbiert das gesamte Importkontingent nahezu und verdoppelt den Zoll für außerkontingente Einfuhren auf 50 Prozent“, schreiben die Verbände. Bleiben die Einfuhren auf dem bisherigen Niveau, müssten Unternehmen „zwischen fünf und neun Milliarden Euro pro Jahr an zusätzlichen Zollkosten schultern“. Die Kommission selbst erwartet steigende Stahlpreise in Europa. Sie rechnet im Durchschnitt mit rund 3,25 Prozent Mehrkosten. Die Industrieverbände halten das für deutlich zu niedrig. In einzelnen Produktgruppen seien „Preissteigerungen von bis zu 30 Prozent zu erwarten“.

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