Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zeichnet zum Jahresende ein ungewöhnlich düsteres Bild der wirtschaftlichen Lage. BDI-Präsident Peter Leibinger spricht von einer historischen Ausnahmesituation: „Der Wirtschaftsstandort befindet sich im freien Fall, doch die Bundesregierung reagiert nicht entschlossen genug.“ Für die Industrie sei 2025 ein Jahr mit „dramatischem Tiefpunkt“. „Der Wirtschaftsstandort befindet sich in seiner historisch tiefsten Krise seit Bestehen der Bundesrepublik“, so Leibinger.
Der Industriebericht erwartet für das laufende Jahr einen Rückgang der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe um zwei Prozent. Damit würde die Industrie bereits das vierte Jahr nacheinander schrumpfen. Leibinger betont, der Trend sei längst nicht mehr vorübergehend: „Das ist keine konjunkturelle Delle, sondern ein struktureller Abstieg.“ Gleichzeitig falle die Produktion seit inzwischen neun Quartalen – ein Abwärtspfad, der sich zuletzt weiter beschleunigt habe.
Die Daten zeigen: Obwohl der Jahresauftakt kurzzeitig Hoffnung auf eine Stabilisierung geweckt hatte, setzte sich der Rückgang schnell fort. Im dritten Quartal sank die Produktion erneut, diesmal um 0,9 Prozent zum Vorquartal. Im Jahresvergleich ergibt sich ein Minus von 1,2 Prozent. Besonders auffällig ist der Zweimonatsvergleich August/September, in dem die Produktion so stark einbrach wie seit über drei Jahren nicht mehr.
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