Es erstaunt nicht, dass die Wahlumfragen nur eine Richtung kennen. Die AfD gewinnt an Stimmen hinzu, die Union verliert – langsam zwar, aber stetig –, während die Vereinigte Linke auf inzwischen stark reduziertem Niveau bei circa 35 bis 37 Prozent liegt. Veränderungen im linken Bereich finden nur untereinander statt, 1 Prozent mehr für die Linke bedeutet 1 Prozent weniger für die Grünen. Die Linke wirkt auf ein in den Gymnasien und Universitäten woke radikalisiertes Klientel vor allem junger Menschen attraktiver als die immer spießiger anmutenden Grünen.
Wären am Sonntag Wahlen, käme nach der neuen Umfrage von INSA die AfD auf 26 Prozent, die Union auf 24 Prozent, damit kratzt die CDU an die 20-Prozent-Marke und folgt der SPD, der sie sich untergeordnet hat. Die SPD bekäme nur noch 14 Prozent, die Linke auf Kosten der Grünen 12 Prozent und die Grünen 11 Prozent. Das Nichtregieren der Regierung, die SPD-Blockade hat dazu geführt, dass diese Regierung heute keine Mehrheit mehr hätte und bei 38 Prozent läge. Die Union würde das nicht weiter kümmern, dann nähme sie eben die Grünen mit dazu, informell sitzen die ohnehin schon mit am Regierungstisch. Und wenn das nicht hilft, dann eben auch noch die Linke. Den Unvereinbarkeitsbeschluss zur Linken nimmt in der Union ohnehin niemand mehr ernst. Die Blockflöte ist ein schönes Instrument, das man auch leise spielen kann.
In Rheinland-Pfalz, dem Bundesland, in dem die SPD schon einmal bei einer Oberbürgermeisterwahl den Putsch gegen die Demokratie mit dem Entzug passiven und aktiven Wahlrechts probte, würde die CDU laut INSA 27 Prozent der Stimmen holen, die AfD 23 Prozent und die SPD 22 Prozent, die Grünen 9 Prozent und die Linke 6 Prozent. Die verwokte FDP hat auch hier ihr Leben ausgehaucht. CDU und AfD kämen in Rheinland-Pfalz auf 50 Prozent der Stimmen, die Vereinigte Linke auf 37 Prozent. Natürlich könnte die CDU ihren letzten Tango mit der SPD tanzen. Auch in Baden-Württemberg liegt die AfD an zweiter Stelle, auch in Bayern inzwischen, auch in Hessen. Im Osten lässt die AfD alle anderen Parteien weit hinter sich. In Sachsen-Anhalt würden inzwischen 39 Prozent der Wähler die AfD wählen, in Mecklenburg-Vorpommern 38 Prozent, in Brandenburg 34 Prozent, in Thüringen 37 Prozent.
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