Wie tiefgreifend beeinflusst der Iran-Krieg die deutsche Wirtschaft? Welche Langzeitfolgen wird er hinterlassen? Und wie kann Deutschland darauf reagieren? Fragen, auf die Wolfgang Steiger, Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrates, in seiner jüngsten Kolumne Antworten sucht:
„Der Iran-Konflikt dominiert die Schlagzeilen. Standen zu Beginn vor allem die militärische Perspektive und geostrategische Entwicklungen im Mittelpunkt, wird immer klarer, dass auch drastische Konsequenzen für die Weltwirtschaft drohen, wenn sich der Konflikt länger hinzieht und sich ausbreitet. Erneut sehen sich viele Volkswirtschaften dem doppelten Druck steigender Energiekosten und Unterbrechungen der Lieferketten auf See- und Luftwegen ausgesetzt. Dies gilt umso mehr, da sich die Analyse des Economist zu bewahrheiten scheint, dass sich die US-israelische Operation gleichzeitig durch ‚operationale Präzision und strategisches Chaos‘ auszeichnet. Dieser Eindruck verfestigte sich unter anderem dadurch, dass die US-Administration das Ziel des Einsatzes gleich mehrfach änderte – von einer nachhaltigen Schwächung des Mullah-Regimes über einen vollständigen Regimewechsel bis zu einer umfassenden Zerstörung des iranischen Atomprogramms.
Widersprüchliche Rhetorik: US-Präsident Donald Trump äußert sich immer wieder wechselnd.
An einem Tag spricht US-Präsident Donald Trump davon, nur eine ‚bedingungslose Kapitulation‘ Teherans könne die Angriffe auf den Iran stoppen, am nächsten erklärt er den Krieg ‚für so gut wie beendet‘. Vermittelbare Vorstellungen über die künftige politische Verfasstheit des Irans sind daraus nicht zu erkennen, die Erfahrungen aus Afghanistan und dem Irak lassen einen jedoch besorgt zurück. Bundeskanzler Friedrich Merz kritisiert deshalb zu Recht, dass es keine überzeugende Exit-Strategie gebe und ein gemeinsamer Plan für ein schnelles Kriegsende fehle. Eine Verfestigung des Konfliktes würde gerade auch Deutschland treffen, das ohnehin unter hohen Energiepreisen und einer ausgeprägten Wachstumsschwäche leidet. Nun werden einmal mehr strategische Schwachstellen deutlich.“
WM 2026 in USA: Fifa-Skandal! Trump ruft Infantino an! Sperre für US-Spieler aufgehoben I WELT LIVE











