Kalorienangaben auf Lebensmitteln gibt es seit 1900 – und genauso staubig und veraltet scheinen manche von ihnen zu sein.
Damals hatte der amerikanische Chemiker Wilbur Olin Atwater mehrere in Lebensmitteln enthaltene Nährstoffe – zum Beispiel bestimmte Fette oder Proteine – in einem sogenannten Bombenkalorimeter untersucht. Das ist ein hitzedurchlässiger Container, der in ein Wasserbad gehängt wird. Atwater verbrannte, was im Kalorimeter war, daraufhin erhitzte sich das Gefäß – und erwärmte damit auch das Wasser. Sobald der Nährstoff verbrannt war, maß der Forscher, um wie viel Grad Celsius sich das Wasser erhitzt hatte. Damit konnte er den „physikalischen Brennwert“ berechnen: also die Zahl der Kilokalorien, die der Nährstoff freisetzt, wenn er vollständig verbrannt wird.
Klingt kompliziert? Ist es auch. Denn der Körper verbrennt gar nicht alle Lebensmittel zu 100 Prozent. Die Brennwerte, die heute für Milch, Schokoriegel oder Äpfel auf Verpackungen oder in Tabellen stehen, sind deshalb nur grobe Durchschnittswerte. „Ein Apfel kann zum Beispiel je nach Sorte, klimatischen Bedingungen oder Reifegrad mehr oder weniger Zucker enthalten, was den Kaloriengehalt verändert“, sagt Larissa Pferdmenges vom Max-Rubner-Institut in Karlsruhe zur Neuen Zürcher Zeitung.
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