Im September 2024 geschah etwas, was diejenigen, die mit offenen Augen durchs Leben gehen, wenig überraschte. Die Dresdner Carolabrücke stürzte teilweise ein. Für den Soziologen und grünen Bürgermeister von Dresden, Stephan Kühn, mit dem gewichtigem Titel, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften und die links-woke Dresdner Stadtverwaltung kam der Einsturz allerdings völlig überraschend.
Zwar gab es Monate vor dem Einsturz deutliche Warnungen, die der Stadt bekannt waren, oder zumindest bekannt hätte sein können, beachtet hat man diese Warnungen an verantwortliche Stelle aber offensichtlich nicht. Ein im Mai 2024 vorgelegtes Gutachten beschrieb nämlich eine „fortgeschrittene Korrosion an der Bewehrung“ des Bauwerks. Die gemessenen Chloridwerte lägen bis zu zehnmal über dem Grenzwert. Die Experten warnten unmissverständlich vor einer „akuten Gefährdung“ und einer möglichen „Entfestigung des Betons“. Bereits zwei Jahre zuvor hieß es, die Brücke sei zwar verkehrstauglich, allerdings mit der Einschränkung, dass sie das nur wäre, wenn keine Schäden vorlägen. Die lagen aber, wenn man dem Gutachten Glauben schenkt, vor. Doch anstatt Konsequenzen zu ziehen, blieb alles beim Alten. Verwaltung und Politik wiegten sich in Ruhe, bis im September 2024 dann das Undenkbare geschah. Ein Teil der Brücke stürzte in die Elbe.
Der Verfall der Infrastruktur in Deutschland ist nichts neues. In Wiesbaden musste eine Autobahnbrücke zuerst gesperrt und dann gesprengt werden. In den letzten Jahren mussten mehrere Autobahnbrücken kontrolliert gesprengt werden. Die Talbrücke Rahmede (A45) im Mai 2023, die Talbrücke Stettbach (A7, Richtung Fulda) im Mai 2024 und die Talbrücke Landeskroner Weiher (A45) im März 2025. Diese Sprengungen waren notwendig, um den Abriss maroder oder beschädigter Bauwerke zu ermöglichen und Platz für Neubauten zu schaffen.
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