Kirchen in ihrer selbstaufgestellten Falle

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Kirchen in ihrer selbstaufgestellten Falle
Bildquelle: Tichys Einblick

Die evangelische und die katholische Kirche sind beide strikt auf Anti-Rechts-Kurs. Sie verurteilen die AfD als Ganze ohne jegliche Differenzierung, als ob es kein einziges gutes Haar an der AfD gäbe. Durch diese unvernünftige, fast schon hysterische Schwarz-Weiß-Denke hängt das Wohl und Wehe der Kirche nicht mehr an Jesus Christus, sondern auch daran, dass die AfD politisch niemals auch nur an einer einzigen Stelle Recht bekommen darf. Jeder noch so klitzekleine thematische Punktsieg der AfD bedeutet eine Niederlage für die Kirche. Jetzt hat die CDU/CSU der AfD mit einer gemeinsamen Abstimmung im Bundestag einen Punktgewinn beschert. Damit geraten für die Kirchen über 50 Prozent der deutschen Wähler in den Bereich des Bösen.

Wie kann Kirche sich nur so polarisierend positionieren? Kirche ist doch in der komfortablen Situation, aus dem Glauben heraus zu allen Parteien eine fruchtbare Distanz zu haben. Statt sich auf Gedeih und Verderb an eine bestimmte politische Richtung zu ketten, kann Kirche sich auf das Evangelium konzentrieren. Und dann kann sie dankbar wahrnehmen, wie vielfältig dieses Evangelium bei den Christen in ganz unterschiedlichen Parteien Kreise zieht und gute Erkenntnisse mehr oder weniger krümelweise in allen Parteien verteilt sind.

Es gibt Christen, die etwas Gutes in der AfD entdecken. Es gibt Christen, die kaum Gutes an der AfD entdecken, die aber trotzdem die pauschale Brandmauer zur AfD für unsinnig und unchristlich halten. All diese Christen werden von den Kirchen als Gläubige zweiter oder gar dritter Klasse gemobbt. Diese Woche ist die gemäßigte CDU-Politikerin Annegret Kramp-Karrenbauer mit sofortiger Wirkung aus dem „Zentralrat der deutschen Katholiken“ (ZdK) ausgetreten, weil das ZdK tatsächlich meint, dass die CDU mit dem Zustrombegrenzungsgesetz die „Grenzen der politischen Kultur“ überschritten hätte und damit „zugleich keine politischen Probleme löst“. Wer so alternativlos und intolerant wie das ZdK um den rechten Weg in der Migrationspolitik weiß, der hat sich aus dem demokratischen Diskurs über Migration herauskatapultiert.

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