In der SPD wächst der Widerstand gegen eine umfassende Reformagenda nach Vorbild der Schröderschen Reformen Anfang der 2000er Jahre. Konkreter Auslöser sind Äußerungen von Finanzminister und SPD-Vorsitzendem Lars Klingbeil, der die Agenda 2010 des früheren Kanzlers Gerhard Schröder kürzlich als „mutig“ bezeichnet hatte. Dazu kam die Forderung von CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann nach einer neuen „Agenda 2030“. Innerhalb der SPD-Linken hat das für erheblichen Unmut gesorgt.
„Für eine neoliberale Agenda des sozialen Kahlschlags oder für das Schleifen von Arbeitnehmerrechten sind wir definitiv nicht zu haben“, sagte die SPD-Sozialpolitikerin Annika Klose gegenüber The Pioneer. Die Agenda 2010 gilt unter vielen Linken der Partei bis heute als Ursache für soziale Spaltung, den Verlust an Vertrauen in die SPD und die Entfremdung von einstigen Kernwählerschichten.
Hinter den Kulissen verschärft sich der Ton. „Hinter vorgehaltener Hand drohen linke SPD-Abgeordnete gar damit, die Kommissionen für Pflege, Rente und zur Reform des Sozialstaates platzen zu lassen“, heißt es aus Parteikreisen. Damit stellt die Parteilinke zentrale Projekte der SPD auf Bundesebene infrage.
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