Das Neun-Euro-Ticket war ein Erfolg, in dem sich die Ampel wie nie davor – und nie danach – sonnen konnte. Günstig für die SPD, Nahverkehr für die Grünen und verwaltungsarm für die FDP. Da war die alte Koalition bei sich. Die Bedenken gab es zwar auch schon in diesem rot-grün-gelben Sommer 2022 – doch die konnte die ehemalige Bundesregierung damals wegdrücken. Die aktuelle muss sich mit den Folgen auseinandersetzen. Das „Deutschlandticket“ erlebte im vergangenen Jahr die nächste Kündigungswelle.
21 Millionen Deutschlandtickets verkauften die Verkehrsbetriebe im ersten Monat des Angebots. Mittlerweile ist die Zahl der Nutzer auf 14,6 Millionen Menschen gesunken, wie der Dachverband der Verkehrsbetriebe, der VDV, mitteilt. Zieht man die 26 Prozent der Nutzer ab, die das „Deutschlandticket“ als nochmal subventioniertes „Jobticket“ oder Studienticket beziehen, kommt man auf 11 Millionen Nutzer – in etwa die Zahl derer, die schon vor dem Sommer 2022 eine Dauerkarte des öffentlichen Nahverkehrs genutzt haben.
Ein Grund für die Kündigungswelle ist der Preis. Die neun Euro sind längst Geschichte, wie es die Ampel ist. Im vergangenen Jahr kostete das Ticket 58 Euro, seit dem Jahreswechsel sind es 63 Euro. Die Preiserhöhung führte laut VDV dazu, dass acht Prozent der Nutzer ihr Ticket kündigten. Seit dem Jahreswechsel waren es demnach weitere 5,75 Prozent der Nutzer. Der VDV versucht, sich die Zahlen schön zu reden und spricht von „erneut keine Kündigungswelle“. 14,6 Millionen Nutzer jetzt, anderthalb Millionen Nutzer in etwas mehr als einem Jahr verloren – noch zehn mal „keine Kündigungswelle“ und das Deutschlandticket hat gar keine Käufer mehr.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











