Auf der britischen Insel ist eine dramatische Umwälzung der Parteienlandschaft im Gange: Es ist vor allem sein Versagen im Umgang mit der illegalen Einwanderung, das Premierminister Keir Starmer politisch das Genick brechen wird, wie die spektakulären Erfolge von Reform UK belegen. Noch zeigt sich Starmer bockig und verweigert einen Rücktritt, aber seinen Sturz zögert er damit nur ein wenig hinaus.
Ja, es waren „nur“ Kommunalwahlen in England, Schottland und Wales, bei denen Labour untergegangen ist, weil Nigel Farages Reform UK die Wähler abgeholt hat, die von Keir Starmer die Nase voll haben. Aber sie deuten eine fundamentale Verschiebung im britischen Parteiensystem an.
Sagen wir es unverblümt: Es ist vorbei. Dieses verheerende Ergebnis ist kein Midterm-Absturz, das ist die Quittung. Die logische, unausweichliche, verdienterweise brutale Konsequenz aus fast zwei Jahren Inkompetenz, Arroganz und Verrat an den eigenen Versprechungen. Starmer selbst zeigt sich uneinsichtig. Zwar übernimmt er die Verantwortung, zieht aber keine Konsequenz aus der kapitalen Wahlschlappe.
„Das sind harte Ergebnisse für Labour. Da gibt es nichts zu beschönigen“, gab der Premier in Interviews und auf der Plattform X kund. Nur um dann seine atemberaubende Realitätsferne zu demonstrieren: „Die Menschen sind immer noch frustriert. Ihr Leben verändert sich nicht schnell genug. Wir haben nicht genug Hoffnung oder Optimismus für die Zukunft geboten. Ich wurde gewählt, um dieses Land zu verändern – schwere Tage wie dieser schwächen nicht meinen Entschluss, das zu tun. Sie stärken ihn.“
Keir Starmer und seine Frau auf dem Weg in ihr Londoner Wahllokal.
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