„Wie ein Krimi“ bei Lanz

vor 8 Monaten

„Wie ein Krimi“ bei Lanz
Bildquelle: Tichys Einblick

Zu Gast bei Markus Lanz ist der Welt-Journalist Ibrahim Naber. Er und sein Team wurden im Oktober an der ukrainischen Front von einer russischen Drohne angegriffen, als sie eine mobile Drohnenabwehreinheit begleiteten. Zu sehen sind dunkle, verwackelte Bilder und lodernde Flammen. Die Drohne traf den Militärlaster, die Explosion verletzte mehrere Menschen und tötete einen Soldaten: „Konstantin. Junger Mann. Achtundvierzig Jahre. Vater von Kindern“, fasst Lanz zusammen. Naber selbst wurde durch die Luft geschleudert und kam mit leichten Verletzungen davon. Er schildert die Angst vor dem Verlust von Gliedmaßen und das hektische Versorgen seiner verletzten Kollegen und der ukrainischen Soldaten. Eine Vorstellung, die man jedem Vater, Bruder und Sohn ersparen möchte – doch dieser Eindruck fehlt der grausamen Geschichte.

Nabers Kollege wurde durch einen Metallsplitter im Bein verletzt und Lanz fügt wissend hinzu: „Diese unfassbaren Metallsplitter, ganz primitives Zeug, teilweise mit Nägeln drin und so weiter, einfach um Menschen kaputt zu machen. Wie und wo immer es geht, das ist die Idee davon.“ Aber das war es noch lange nicht, denn das russische Militär ist noch viel schlimmer. Naber berichtet, wie teilweise Menschen in ukrainischen Städten von russischen Drohnen gejagt werden und mit welcher militärischen Grausamkeit dieser Krieg einhergeht.

Eins obendrauf setzt der Investigativ-Reporter Florian Flade. Er berichtet über russische Atomwaffen in der Arktis, über russische Spionage im Retrostil und moderne russische Spionage in westlichen Technologieunternehmen. Dabei betont er besonders, dass die Meere der entscheidende militärische Raum sind. Russland investiere massiv in diese verdeckte Unterwasser-Kriegsführung. Von dem russischen Militärstützpunkt in der Arktis seien die Wege nach Europa und in die USA schnell erreichbar, Flade warnt daher vor der geheimen russischen Aufrüstung unter Wasser. Der Westen sei nicht in der Lage, das zu verhindern. Und es wäre keine Markus-Lanz-Sendung, wenn nicht gleich im Anschluss an die Schilderung des Erzfeindes Russland gefragt werden würde, wo Deutschland in Sachen Verteidigung steht.

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