Wie die Linken sich bei X davonmachten – und jetzt bei Bluesky eingeholt werden

vor 2 Monaten

Wie die Linken sich bei X davonmachten – und jetzt bei Bluesky eingeholt werden
Bildquelle: NiUS

Die Vielfalt der Meinungen war ihnen zu groß, der Ton zu rau; nun flüchten die Linken in Scharen von der Plattform X. Jedenfalls verkünden sie ihren Abgang lauthals. Zuflucht finden sie bei Bluesky, wo sie jetzt Gesellschaft bekommen, die ihnen gar nicht passt. Und eine veritable Verschwörungstheorie beginnt zu zirkulieren.

Ausgerechnet zu Beginn der „Woche der Meinungsfreiheit“ machten sich SPD, Grüne und Linke auf X vom Hof. „X ist in den letzten Jahren im Chaos versunken“, hieß es in den meist wortgleichen Erklärungen der drei Parteien und Bundestagsfraktionen. Politische Debatten lebten vom Austausch, während X zunehmend Desinformation fördere. „Deswegen haben wir uns über Parteigrenzen hinweg entschlossen, unseren Account nicht mehr zu bespielen“, hieß es unter dem Hashtag #WirVerlassenX.

Dabei ist es die Meinungsfreiheit, die die neue linke Volksfront nicht erträgt. Debatte und Austausch mit politischen Gegnern fanden nicht statt, lieber beklagte man sich über die „Verrohung“ des Diskurses. Widerspruch und selbst spöttische Memes versuchten sie als „Hass und Hetze“ niederzubügeln. Dass die Zeit der Löschungen, Sperrungen, Shadowbans und Reichweitenbeschränkungen seit der Übernahme von Twitter durch Elon Musk vorbei ist, damit konnten sich jene nicht abfinden, die ihre Diskurshoheit verloren hatten.

Man erinnere sich: Die Meinungsfreiheit war vom alten Twitter-Management insbesondere in der Corona-Zeit massiv beschnitten worden. Es orientierte sich streng an den Vorgaben von CDC (Centers for Disease Control and Prevention) und WHO. Inhalte, die diesen widersprachen – etwa zu Lockdowns, Fallzahlen, natürlicher Immunität, Impfnebenwirkungen, Labor-Theorie oder der Great Barrington Declaration –, wurden systematisch als „irreführend“ oder als „Falschinformation“ markiert, gedrosselt oder gelöscht.

Früher Opfer von Twitter, heute Direktor der Nationalen Gesundheitsinstitute in den USA: Jay Bhattacharya.

Wissenschaftler und Ärzte, die nicht „auf Linie“ waren, wurden diskreditiert und reichweitenbeschränkt. Sogar Jay Bhattacharya, Professor für Medizin und Ökonomie an der Stanford University, landete auf einer internen „Trends Blacklist“, die virale Tweets für Nutzer unsichtbar machte. Wahre, aber „unbequeme“ Inhalte – etwa zu Krankenhausbelegungen, Fallzahlen, Impfnebenwirkungen oder Durchbruchinfektionen – wurden unterdrückt. „Visibility Filtering“, Labelings und Algorithmus-Drosselung reduzierten die Sichtbarkeit von Accounts, die „COVID-Falschinformationen“ verbreiteten – auch bei Experten.

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