Der deutsche Bundeshaushalt läuft auf eine neue Rekordverschuldung zu. Weitere 85 Milliarden Euro zusätzliche Schulden bis 2029 hatte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil tagsüber angekündigt, bevor er am Abend bei Sandra Maischberger Rede und Antwort stehen muss. „Natürlich heißt Schulden auch, dass Zinsen zurückgezahlt werden“, sagt er in Offenbarung seiner völligen Ahnungslosigkeit. Ein Satz, der in seiner linguistischen und substantiellen Tiefe ganz hart am Ausspruch „Unternehmen sind nicht insolvent, sie hören nur auf, zu verkaufen“ kratzt, jener legendären Aussage, mit der Ex-Wirtschaftsminister Robert Habeck 2022 – ebenfalls bei Maischberger – seine Unwissenheit präsentierte.
Überhaupt wirkt diese Sendung wie ein Klassentreffen der Ahnungslosen und Unbeteiligten. Armin Laschet spricht über internationale Politik. So als ob seine Einschätzung von irgendeiner Bedeutung wäre. Und Klingbeil erzählt vom Geld. So als ob er irgendeine Ahnung davon hätte, was Milliarden und Billionen, was Schulden, Tilgung oder Zinsen überhaupt bedeuten.
Immerhin wird klar, dass Klingbeil unter dem Strich ein eiskalt kalkulierender Machtmensch ist. So wie er seine Kollegin Saskia Esken fallengelassen hat, so erfolgreich hat er sich offenbar auch seines Parteikollegen Ralf Stegner entledigt. Der sei nämlich aus dem parlamentarischen Kontrollgremium keinesfalls „rausgeflogen“, sagt Klingbeil. Das Mandat sei nur einfach nicht verlängert worden.
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