Als staatlich anerkannte Privathochschule darf die von zwei PR-Unternehmern gegründete Quadriga Hochschule Berlin Professorentitel verleihen – und tut dies auch gern. 2017 profitierte davon Mario Voigt. Er bekam einen Teilzeitjob als „Professor für Digitale Transformation und Politik“. Hauptberuflich blieb er CDU-Landtagsabgeordneter in Thüringen und hatte trotz seiner Professur in Berlin noch genug Zeit, sich um seine politische Karriere in Erfurt zu kümmern. Denn er brachte es dort bis zum Ministerpräsidenten.
Voigts akademische Karriere hat durch die Entscheidung der Technischen Universität Chemnitz, ihm wegen Plagiaten in seiner Dissertation den Doktortitel abzuerkennen, einen Dämpfer erlitten. Ob diese wissenschaftlichen Fehler ihn, wie in ähnlichen Fällen von Annette Schavan bis Karl-Theodor zu Guttenberg, auch sein politisches Amt kosten werden, bleibt abzuwarten.
Die Quadriga Hochschule hat am Tag nach Bekanntwerden des Titelentzugs auf ihren Internetseiten das „Prof. Dr.“ vor Voigts Namen entfernt. Er taucht jedoch weiter auf der Seite „Professorium“ in einer Porträtgalerie mit dem Titel „Unsere Professoren“ auf. Davon, dass er seit seinem Amtsantritt als Ministerpräsident beurlaubt ist, erfährt man erst, wenn man auf sein Profil klickt. Doch diese nicht ganz unwichtige Angabe wurde dort erst vor wenigen Tagen im Zuge der Plagiatsaffäre ergänzt.
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