Markus Söder hat Friedrich Merz‘ Verteidigungslinie zertrümmert

vor 6 Monaten

Markus Söder hat Friedrich Merz‘ Verteidigungslinie zertrümmert
Bildquelle: Tichys Einblick

Monatelang ebbte die von Woche um Woche zunehmende und immer breitere Kritik an dem parteilosen Kulturstaatsminister und Kanzler-Amigo Wolfram Weimer nicht ab. Umfangreiche Urheberrechtsverstöße, Abmahnungen, Löschungen, weitere Abmahnungen, weitere Löschungen. In jeder Woche neue Skandale, bei etwas, das jahrelang offen vor allen Redaktionen lag und dennoch erst von Alexander Wallasch angestoßen wurde. Und danach wie eine Lawine ins Tal rollend immer mehr von den Potemkinschen Fassaden des hochstapelnden Medienunternehmers Weimer mit sich riss.

Für all das hatten Weimer und sein enger Amigo, nun Bundeskanzler Friedrich Merz, die immer gleiche Verteidigungslinie parat: Die Kritik am guten Kumpel Weimer, an seiner aufgepumpten Mediengruppe, am Flaggschiff Ludwig-Erhard-Gipfel, all das komme „von rechts“, aus AfD-nahen Ecken, „rechtsaußen“ – an den Vorwürfen sei nichts dran. Weimer stilisierte sich immer wieder zum Opfer, für die AfD sei er der Hauptgegner ihrer aggressiven Kampagnen.

Diese Erzählung hielt schon damals nicht. Die Vielstimmigkeit der Kritik kam mitnichten nur von den jungen kritischen Medienportalen, die immer mehr Politikern ein Dorn im Auge sind. Die Kritik und immer neue Recherchen kamen auch von allen anderen Medien im Land. (Außer Welt und Bild, die sich eher mühten, beizuspringen und Kritik als rechts zu framen.)

Der weitere Kern der Affäre neben der der umfangreichen Urheberrechtsverletzungen lag dabei schwarz auf weiß im Werbematerial der Weimer Media Group zu ihrem Produkt des Ludwig Erhard Gipfels und in der nun sehr breiten öffentlichen Berichterstattung – und sie kam eben nicht nur von „rechts“, sondern quer durch das gesamte Spektrum, bis hin zum ZDF.

Worum geht es konkret? Um den Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee – eine Bühne, auf der Politik und Konzerne nicht nur nebeneinander sitzen, sondern wo der Zugang selbst durch die Weimer Media Group als Produkt verkauft wurde, was von Daniel Gräber aufgedeckt wurde. Die Sponsoring-Pakete trugen Bergnamen und Preisschilder: „Zugspitze“, „Matterhorn“, „Mont Blanc“. Das Mont-Blanc-Paket lag bei 80.000 Euro netto. Und beworben wurde es mit Formulierungen, die in einer Demokratie eigentlich nie im selben Satz mit Regierungsmitgliedern stehen dürften: „Einfluss auf die politischen Entscheidungsträger“, persönliche Gesprächsmöglichkeiten, exklusive Abendessen, Panelplätze neben Ministern.

Weimer stritt ab, zog Anwälte hinzu, nannte den Einfluss-Vorwurf schlicht eine Lüge – und behauptete zugleich, er habe seit Amtsantritt keine operative Rolle mehr und nehme ja selbst auch gar nicht mehr daran teil. Doch die Kritik wurde immer umfangreicher, nicht kleiner. Und sie blieb nicht im Netz hängen, sondern fraß sich bis in die staatliche Verantwortung: Bayern prüfte die Förderung, es lief eine Compliance-Prüfung.

Dann trat Friedrich Merz vor die Kameras – und legte sich fest. Nicht vorsichtig, nicht abwägend, sondern endgültig. Merz sagte wörtlich: „Da wird nichts verkauft.“ Und weiter: „Die Vorwürfe, die gegen Wolfram Weimer erhoben worden sind, haben sich alle als falsch erwiesen.“ Darum wurde immer auch gelöscht, was das Zeug hielt, obwohl längst alle Seiten zigmal in Webarchiven gesichert wurden.

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