Im Iran haben sich landesweit Proteste gegen die rapide Abwertung der Landeswährung zu einer breiteren politischen Mobilisierung ausgeweitet. Auslöser war ein Streik von Ladenbesitzern und Basarhändlern, der sich rasch zu Demonstrationen entwickelte. Inzwischen sind nicht nur die Hauptstadt Teheran, sondern auch Städte wie Isfahan und Maschhad betroffen. Gleichzeitig kam es demnach zu teils gewaltsamen Einsätzen der Polizei. Die Lage im Iran schwenkt um: Sind es gar die Vorboten einer sich anbahnen Revolution?
Der wirtschaftliche Hintergrund ist dramatisch. Der Wechselkurs liegt derzeit bei rund 1,45 Millionen iranischen Rial pro US-Dollar; vor einem Jahr waren es noch etwa 820.000. Damit ist der Monatslohn vieler Vollzeitbeschäftigter auf etwas mehr als 100 Dollar gefallen. In dem stark importabhängigen Land führen Preissteigerungen dazu, dass selbst Grundnahrungsmittel für viele Haushalte kaum noch bezahlbar sind. Forderungen nach Reformen, wie sie frühere Proteste prägten, treten zunehmend in den Hintergrund. Stattdessen richtet sich der Protest gegen das System insgesamt und vereint unterschiedliche Generationen und politische Milieus.
Besondere Bedeutung kommt dem Ausgangspunkt der Proteste zu. Der Basar galt über Jahrzehnte als wirtschaftliche Stütze und politischer Stabilitätsanker der Islamischen Republik. Historisch spielte ein Streik im Großen Basar von Teheran eine wichtige Rolle während der Revolution von 1979. Dass sich nun erneut Händler beteiligen, wird als Signal gewertet, dass auch konservative Teile der Gesellschaft ihre Unterstützung entziehen.
Politisch verfügt Präsident Masoud Peseschkian über wenig Spielraum. Kürzlich sagte er: „Wenn die Probleme nicht gelöst werden, können wir nicht regieren.“ Der Haushaltsentwurf für 2026 sieht Steuererhöhungen von 62 Prozent bei einer Inflation von rund 50 Prozent vor. In der öffentlichen Wahrnehmung verstärkt dies den Eindruck, dass die politische Führung insgesamt an Glaubwürdigkeit verloren hat.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











