Eine von der WHO einberufene Expertenkommission fordert, den Klimawandel formell als „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ einzustufen. Das geht aus einem 54-seitigen Bericht des Gremiums hervor, der nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Sonntag an die WHO übergeben wurde. Dem Gremium gehören neben internationalen Fachleuten auch der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und EU-Vertreter an.
„Die WHO muss der Bekämpfung der Klimakrise mehr Aufmerksamkeit widmen. Abwarten im Verlauf der Katastrophe macht keinen Sinn“, sagte Lauterbach der dpa. Der Verbrauch fossiler Brennträger würde demnach allein in Europa 600.000 Todesfälle verursachen, hinzu kämen weitere 60.000 Hitzetote. „Es wird Zeit, dass wir erkennen, dass wir es mit einem medizinischen Notfall zu tun haben“, sagte Lauterbach weiter.
Die Pan-European Commission on Climate and Health wurde 2025 vom WHO-Regionalbüro für Europa gegründet. Sie soll Empfehlungen dazu erarbeiten, wie Gesundheitssysteme auf die vermeintlichen Folgen des Klimawandels reagieren und wie entsprechende politische Maßnahmen als Gesundheitsschutz begründet werden können. Geleitet wird die Kommission von der früheren isländischen Ministerpräsidentin Katrín Jakobsdóttir. Wissenschaftlicher Berater ist der britische Gesundheitsexperte Sir Andy Haines.
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