Berlins ehemaliger regierender Bürgermeister Michael Müller wurde von seiner Partei, der SPD, in die Corona Enquete-Kommission berufen, um an der Aufarbeitung der Corona-Pandemie mitzuwirken. Müller war während der Corona-Pandemie einer der Hardliner im Umgang mit jenen, die sich nicht freiwillig gegen das Virus haben impfen lassen. Besonders im zweiten Halbjahr 2021 eskalierte Müller in seiner Rhetorik, seinen Forderungen und seinen Maßnahmen gegen Ungeimpfte.
Mitte Juli lehnte er eine Impfpflicht noch entschieden ab. Ende Juli appellierte Müller in einem freundlichen Ton an ungeimpfte Studenten, „sich gegen das Corona-Virus impfen – falls noch nicht geschehen“. Doch schon knapp zwei Wochen später stellte Müller klar, dass von nun an der Druck auf Ungeimpfte steigen würde. Die Bund-Länder-Konferenz beschloss, dass zum 11. Oktober die kostenlosen Tests, die für Zugänge unter 3G wichtig waren, auslaufen. Für Ungeimpfte sollte es teuer werden. „Es ist auch in einer Solidargemeinschaft zumutbar, zu sagen, jetzt sollte jeder auch dieses Angebot annehmen“, sagte Müller damals in Richtung der Ungeimpften.
Im September 2021 wurde Müller in der ARD deutlich. „In einer Solidargemeinschaft wächst der Druck, das ist richtig, das kann man nicht wegdiskutieren. Ganz einfach deswegen wächst der Druck, weil eben jeder Nichtgeimpfte in unserem Zusammenleben für andere auch ein Risiko darstellt. Und deswegen ist es auch richtig, dass jetzt natürlich schon überlegt wird, wie man einerseits diese Risiken minimieren kann, wie man andererseits immer mehr und bessere Angebote auch machen kann, damit die Ungeimpften sich doch noch impfen lassen. Oder, wie eben auch deutlich wird, dass jede Nichtimpfung dann auch Konsequenzen hat. Das ist eine natürliche Diskussion aus unserem Zusammenleben, wo wir uns ja nicht nur selbst, sondern auch andere mit der Impfung schützen.“
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