„Müssen importieren, um die Versorgungssicherheit herzustellen“ – Apothekenverband warnt vor Medikamentenmangel

vor 10 Monaten

„Müssen importieren, um die Versorgungssicherheit herzustellen“ – Apothekenverband warnt vor Medikamentenmangel
Bildquelle: Apollo News

Auch in diesem Winter droht ein Engpass bei bestimmten Medikamenten, wie der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Thomas Preis, im Interview mit Bild am Sonntag sagt. „Das Thema Lieferengpässe bei Arzneimitteln ist ein Dauerthema geworden in den Apotheken“. Bei über 500 Medikamenten gebe es Lieferengpässe, bei einigen wurde offiziell ein Versorgungsmangel festgestellt. „Das heißt, da müssen wir Medikamente aus dem Ausland importieren, um überhaupt die Versorgungssicherheit mit diesen Arzneimitteln sicherstellen zu können.“

Es würde an Asthmamitteln wie Salbutamol, das inhaliert werden kann, oder an Antibiotikasaft für Kinder mangeln. Auch an ADHS-Medikamenten mangele es. „Da müssen wir zurückgreifen auf Ressourcen in anderen Ländern.“ Salbutamol müsse seit über einem Jahr aus Spanien bezogen werden, weil in Deutschland nichts mehr zu bekommen sei, so Preis. Doch Fieber-, Husten- und Erkältungsmittel seien ausreichend vorhanden. Da könne er beruhigen.

Für die Lieferengpässe macht er auch die Abhängigkeit vom Ausland verantwortlich. „Deutschland war früher die Apotheke der Welt, jetzt steht die Apotheke der Welt in China oder Indien.“ Wenn es dort Produktionsprobleme gebe, schlage sich das gleich auf die Versorgung in Deutschland und Europa nieder. „Wir sind bei den preiswerten Medikamenten von China und Indien abhängig und bei den innovativen Arzneimitteln von den USA.“

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