Nachdem die Deutsche Umwelthilfe vor dem Oberverwaltungsgericht Schleswig erfolgreich gegen die temperatur- und höhenabhängigen Abschalteinrichtungen beim Volkswagen Golf Plus TDI (EA189 EU5) in seinen fünf Variationen geklagt hat, die aus einem Softwareupdate nach dem Dieselskandal stammten, warnt nun Professor Thomas Koch vom Karlsruher Institut für Technologie davor, dass nach der Argumentation des Gerichts alle älteren Dieselautos illegal wären. Er spricht dabei von sieben Millionen betroffenen Autos. Die temperatur- und höhenabhängigen Abschalteinrichtungen sorgen dafür, dass der Stickoxidausstoß in Höhenlagen und bei niedrigen Temperaturen erhöht wird, um das Auto zu schützen.
Zudem kritisiert der Professor im Interview mit Focus Online, dass die Argumentation des Gerichts höchst bedenklich sei. „Es lagen dem Gericht in der Verhandlung umfassende technische Analysen vor, die aufzeigen, dass ohne die Anpassung der Abgasrückführung bei niedrigen Temperaturen Defekte am Motor auftreten können, die bereits innerhalb weniger als einer Tankfüllung durch Ausfälle zu lebensbedrohlichen Fahrsituationen führen können. Dabei ist der Schutz vor Gesundheitsgefahren in den Regularien verankert.“
Volkswagen und das Kraftfahrt-Bundesamt haben gegen das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Schleswig bereits eine Nichtzulassungsbeschwerde zur Revision beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht. Es ist davon auszugehen, dass das Bundesverwaltungsgericht noch in diesem Jahr über die Nichtzulassungsbeschwerde entscheidet.
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