Nach Magdeburg: Wie der Terror allen in den Wahlkampf passt

vor mehr als 1 Jahr

Nach Magdeburg: Wie der Terror allen in den Wahlkampf passt
Bildquelle: Tichys Einblick

Am Freitagabend schien es kurz so, als ob sich einfach das Geschehen von vor acht Jahren wiederholte. Die ersten Bilder und Eindrücke waren die von 2016 vom Breitscheidplatz an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin. Wieder wurde ein Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit in einen Weihnachtsmarkt gesteuert, wieder gab es mehrere Tote und noch mehr Verletzte. Und die Betoneinfassung des Magdeburger Weihnachtsmarktes nützte natürlich genau nichts. Denn sie hatte eine Lücke. Außerdem schützen ähnliche Festungsanlagen natürlich nicht gegen heimlich mitgeführte Waffen, die vielleicht noch nicht unter das Messerverbot fallen, auch nicht gegen mit Sand oder anders befüllte Koffer und Taschen. Wie klein ist die kleinste Zeitbombe?

Am Samstag heißt es auf der Website des Magdeburger Weihnachtsmarkts: „Wir sind in tiefer Trauer und mit unseren Herzen und Gedanken bei den Opfern, Angehörigen und Helfern. Der Weihnachtsmarkt und die Lichterwelt 2024/2025 sind beendet.“ Mitten im tiefsten Dunkel, am kürzesten Tag des Jahres, sollen die Lichter in Magdeburg ausbleiben. Dass ein einzelner Terrorist so etwas vermag, bleibt erschreckend.

Im In- und mehr noch im Ausland löste das Geschehen sofort einen Sturm der Entrüstung aus – vor allem bei denen, die ohnehin einen kritischen Blick auf die Zuwanderung nach Europa werfen. Alice Weidel, Kanzlerkandidatin der AfD, sprach von „erschütternden“ Bildern und fragte in einem Tweet nur sehr knapp: „Wann hat dieser Wahnsinn ein Ende?“ Tino Chrupalla beschränkte sich zunächst auf die Bekundung seines Mitgefühls für Opfer, Verletzte und Angehörige. Das zeigt, wie vorsichtig die Parteispitze in der derzeitigen Lage vorgehen zu müssen meint. Auch Hans-Georg Maaßen, Vorsitzender der Werte-Union, wies lediglich auf eine frühere Rede hin, in der er gesagt hatte, dass der Anschlag vom Breitscheidplatz (19. Dezember 2016) vermeidbar war: „Er hätte nicht stattfinden müssen. Und das ist die besondere Tragik vom Anschlag am Breitscheidplatz.“

Deutlich gesprächiger war der niederländische Vorsitzende der Freiheitspartei PVV, Geert Wilders: „Ein weiterer barbarischer Anschlag in Europa – diesmal durch einen Mann aus Saudi-Arabien. Wieder eine unglaubliche Zahl unschuldiger Opfer, die zu beklagen sind, Tote und Verletzte. Wieder einmal weinen Politiker Krokodilstränen. Ich sage es seit mehr als 20 Jahren: Schluss mit den offenen Grenzen.“ Kurz darauf ließ er einen sehr kurzen Tweet auf Deutsch folgen: „Na, danke, Angela.“ Danach fügte er auf Englisch hinzu: „Sie hassen uns. Sie verachten unsere Werte. Sie töten uns. Und unsere Kinder. Wir müssen aufstehen. Mit Ausdauer und Kraft.“

Marine Le Pen schrieb auf X, vielleicht etwas voreilig: „Einmal mehr sät die islamistische Barbarei den Terror im Herzen Europas. Dieser kriegerische Akt gegen ein Symbol unserer Zivilisation empört die Herzen. Unsere Gedanken sind heute Abend bei den Opfern und den Familien dieses Blutbads, das mitten auf dem Weihnachtsmarkt in Magdeburg in Deutschland verübt wurde.“ Teils wurden ihre Worte korrigiert, teils nicht.

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