Nach dem tödlichen Angriff auf den 23-jährigen rechten Aktivisten Quentin Deranque in Lyon hat die französische Polizei neun Verdächtige festgenommen. Unter den Festgenommenen befindet sich nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP auch ein Mitarbeiter eines Abgeordneten der französischen Linkspartei La France insoumise (LFI). Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Totschlags.
Deranque wurde am vergangenen Donnerstag von einer Gruppe Vermummter brutal attackiert und starb später im Krankenhaus an einer schweren Hirnblutung. Deranque agierte an dem Tag als Sicherheitsmann der islamkritischen Frauengruppierung Némésis, die vor Ort gegen einen Auftritt der LFI-Politikerin Rima Hassan protestierte. Hassan legitimierte in der Vergangenheit den Terror der Hamas und gilt als antiisraelische Hardlinerin. Laut Némésis soll der Angriff von Personen aus dem Umfeld der mittlerweile aufgelösten LFI-nahen Gruppe „La Jeune Garde“ („die junge Garde“) ausgegangen sein.
Schon kurz nach dem Angriff entbrannte in Frankreich eine Debatte über den möglichen Einfluss der LFI. Zunächst stand dabei vor allem ein indirekter Zusammenhang im Raum – Hinweise auf eine unmittelbare Beteiligung wurden nicht nahegelegt. Regierungssprecherin Maud Bregeon erklärte, die LFI trage eine „moralische Verantwortung“ und schüre ein „Klima der Gewalt“. Justizminister Gérald Darmanin zeigte sich lediglich überzeugt, dass linksgerichtete Kräfte hinter dem Angriff stünden: „Hier hat ganz offensichtlich die Ultralinke getötet“, sagte er.
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